Sonntag, 23. März 2008

An der Schwelle . . . ?

Ist es Zufall, dass es heutzutage kaum noch große utopische Literatur ist? Dafür aber Dystopien in den Lehrplänen der Schulen so angesagt sind wie nie zuvor? Und ist es Zufall, dass alle angesagten Dystopien totalitäre Staatsformen sind?

Wollen die Kultusminister uns auf eine bevorstehende Umwälzung unseres Systems vorbereiten?

Denn mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl, dass wir uns an der Schwelle zu einem Post-demokratischen, geradezu neo-feudalen Zeitalter befinden.
Selbst Staaten, die sich die Demokratie auf die Fahnen geschrieben haben wie kein anderes Land, ja Staaten, die sogar sich die Mühe machen Beweise zu fälschen und Lügen und Betrügereien zu erfinden, nur um vor dem UN-Sicherheitsrat einen Grund zu haben ein armes, unterdrücktes Wüstenvolk aus den Händen eines skrupellosen Diktators zu befreien und dem Volk Demokratie zu schenken. Wie können solche Staaten von einem Präsidenten geführt werden, der offensichtlich Beweise zurückhält, die Beteiligung von ausländischen Extremisten an dem wahrscheinlich wichtigsten Terrorattentat der letzten Jahre stichhaltig belegen? Denn was dieser Präsident dadurch gewonnen hat, ist
  • ein Gesetz, dass es ihm erlaubt in die Privatsphäre von jedem seiner Bürger einzudringen
  • ein Krieg im Nahen Osten
  • noch ein Krieg im Nahen Osten
    • beide mit dem Ziel natürlich, die dort jeweils lebenden Völker zu befreien
  • ein neuer Feind, der das alte Bild des kommunistischen Ost-Blocks ablöst
Wie auch immer, nicht nur die westliche Weltmacht scheint ihre Demokratie mehr oder weniger öffentlich aufzugeben, auch die ehemalige Konkurrenz im Osten, deren älteste Demokratiegeborene nicht einmal volljährig sind schreckt nicht vor einer öffentlichen Hinrichtung der Demokratie zurück.
Heute wurden schon wieder zwei Journalist ermordet, die die Zustände des Landes kritisiert haben. Wir erinnern uns an die Journalistin, die vor einige Jahren ermordet wurde oder der im Exil(!) ermordete Kritiker/Journalist.
Dazu kommen "Unregelmäßigkeiten" bei einer Wahl, die zu einem überragenden Sieg der sowieso regierenden Partei führt. Mit einer Mehrheit, die ausreicht, die Verfassung zu ändern!

Ebenfalls in unseren Breiten macht sich eine Aufweichung der Demokratie bemerkbar. Sei es ein Innenminister der regelmäßig Gesetze raushaut, die, mehr oder weniger offensichtlich, gegen die Verfassung verstoßen. Oder Unternehmen, die ihre Machtposition ausnutzen, um die Politik zu beeinflussen. Dieses Phänomen existiert natürlich überall, in unserer globalisierten Welt.

Was mich aber am meisten überrascht, sind die mangelnden Reaktionen der Bevölkerung. Klar gibt es Proteste, aber im Vergleich zu der Masse derer, die dann doch zu den Superstars zappen und sich der Bequemlichkeit hingeben, sind diese lächerlich.

Die Warnung der Kultusminister scheint nicht anzukommen.

Keine Kommentare: